Ich wünsche allen friedliche und besinnliche Feiertage

Für das neue Jahr Gesundheit und das alle Wünsche auch in

  Erfüllung gehen. Mehr Zeit zum Innehalten und Luftholen.

 

Vielleicht werden wir es noch erleben, das die Völker menschlicher miteinander

umgehen, das Frieden herrscht und keine Kriege auf unserer Welt geführt werden.

 

   Das sich alle respektvoll akzeptieren, die Wahrheit bevorzugen und nicht, wie so oft,

   Lug und Trug das Leben beherrschen. Das sind ganz sicher ein paar Wünsche zuviel.

  Aber ich gebe niemals die Hoffnung auf.

 

Ein gesegnetes Weihnachtsfest - ein gesundes und erfolgreiches 2018 

 

Beate - bekebo
  

 

Bitte - klicke den Weihnachtsbaum an!

Wenn die Verwandschaft heute zuviel vom Kuchen nascht,

muss für den zweiten Feiertag noch einmal gebacken werden!

 

 

feiner Zitronen-Sandkuchen

Zutaten:

125g Mehl
125g Mondamin
1/2 Teelöffel Backpulver
250g Zucker
4 Eier
200g weiche Butter
abgeriebene Schale von einer unbehandelten Zitrone

 

Kuchenguss
4 Esslöffel Zitronensaft
250g Puderzucker

 

alle Zutaten für den Teig in eine große Schüssel und alles mit dem Handmixer gut verrühren. Eine Kastenform vollständig mit einem Bogen Backpapier ausschlagen und den Teig hinein gießen. Dann bei 90 Minuten bei 175° Grad in den Backofen. Puderzucker und Zitronensaft vermischen und den Guss auf den Kuchen verteilen. 

 


 

Bitte schon mal fest einplanen für den 6. Januar

Dreikönigskuchen mit Rosinen

Wer die Schokolade findet, wird König für einen Tag!

 

Die Urgroßmutter hatte am 6. Januar immer einen Dreikönigskuchen. Derjenige, der die Schokolade in seinem Stück Kuchen fand, war Königin oder König. Man wurde von den Pflichten des Tages befreit und besonders verwöhnt. Die Papierkrone, mit der dieser Kuchen dekoriert war, durfte dann vom Kind getragen werden.

Zutaten

Zubereitung:

1/2 Würfel Hefe
250 ml Milch
50 g Margarine
500 g Mehl
1 Teelöffel Salz
5 Teelöffel Zucker
100 g Rosinen
1 Stück Schokolade
1 verquirlte Ei
1 Esslöffel Sahne

Mandelblättchen

Die Milch etwas erwärmen, den Zucker und die Hefe dazu rühren. Danach alle Zutaten aber nur das halbe, verquirlte Ei zusammen kneten und zu einem weichen, glatten Teig verarbeiten. Zugedeckt bei Raumtemperatur etwa 1 Stunde um das Doppelte aufgehen lassen. Das restliche Ei zugedeckt beiseite stellen.
Aus einem Teil des Teiges 8 Portionen zu je ca. 60 g abwägen, restlichen Teig für die Mitte verwenden. 9 Kugeln formen, dabei ein Stück Schokolade für den König in eine der Kugeln stecken.

Platziere die grosse Kugel in der Mitte des Backbleches und verteile die kleinen darum herum. Zugedeckt ca. 30 Min. aufgehen lassen, bis sich die Teigzwischenräume schliessen. Den Kuchen vor dem Backen mit dem beiseite gestellten, 1/2 verquirlten Ei und der Sahne bestreichen. Mit den Mandelblättchen bestreuen.

 

Etwa 30 Min. in der unteren Hälfte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens backen. Herausnehmen, auf ein Gitter schieben und auskühlen lassen.

 

   

 

 

Erster Dezember
Hurra, ich darf das erste Fenster meines Adventskalenders öffnen. Ein Schokoengelchen. Ich liebe den Advent.


Zweiter Dezember
Eine Glocke. Ich lasse die Schokolade auf meiner Zunge zergehen und bekomme einen zärtlichen Kuss meiner Liebsten. Die Adventszeit ist immer so romantisch.

 

Dritter Dezember
Kollege Meier erzählt mir von seinem tollen Adventskalender mit Pralinen und kleinen Geschenkchen. Ich freue mich für ihn. Ich hatte ein Schokoauto.

 

Vierter Dezember
Ein Schokokopf. Nichts nennenswertes passiert.

 

Fünfter Dezember

Kollege Niederkopf erzählt in der Kantine schmutzige Adventswitze. Habe aus Höflichkeit mitgelacht. Frl. Blasewetter sah pikiert zu Boden. Schokotannenzweig.

 

Sechster Dezember
Nikolaustag. Meier kommt mit einem Nikolauskostüm und verteilt Schokolade und Kondome. Lustiger Scherz. Ich mache mich über die Schoki her und schiebe die Kondome unserer jungen, allerdings auch sehr hübschen Azubine zu. Schutz ist heute so was von wichtig. Vor allem für die Jugend. Demnächst muss ich mich wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz äußern.

 

Siebter Dezember
Meine Liebste scheint sich über den Wischmop, den ich ihr zum Nikolaus schenkte, irgendwie nicht zu freuen. Ist äußerst muffig heute. Schokoschlitten im Kalender. Kolleginnen gehen mir aus dem Weg. Menschenskind, ich wollte doch wirklich nur das Beste für die Kleine. Frl. Blasewetter murmelte was von "Ja, ja" und "… sein bestes Stück".

 

Achter Dezember
Zweiter Advent. Meine Liebste war wieder versöhnlich. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als ich mein Sturmfeuerzeug zum Entzünden der zwei Kerzen auf dem Adventskranz zückte. Bei den anderen brannten nur zwei mickrige Kerzen, bei uns der ganze Kranz. Warum war das Holz auch nur so trocken?

 

Neunter Dezember
Anschiss wegen Nikolaustag. Die Frauenbeauftragte unserer Firma grinste hämisch. Eintragung in der Personalakte. Als ich wieder an meinen Schreibtisch zurück kam, fand ich zwei Kondome auf meinem Platz liegen. Schnell steckte ich sie ein.
Schokoflugzeug.

 

Zehnter Dezember
Hatte einen Schokohasen im Kalender und einen eiskalten Hasen mir gegenüber am Frühstückstisch sitzen. Sie hatte die Gummis in meiner Tasche gefunden. Meine Beteuerungen, dass ich ihr ewig treu bin, prallten an ihr ab wie ein Zwerg an Santas Bauch. Frostiger Empfang im Büro und auch am Abend zu Hause. Habe Angst vor Frostbeulen.

 

Elfter Dezember
Azubine kam im Minirock. Das macht sie extra. Ignoriere sie geflissentlich. Meier pfeift ihr nach. Blöd, dass er das auf der Türschwelle in sein Büro machte und ich allein auf dem Gang stand, als sie sich umdrehte. Termin beim Boss für morgen in Outlook eingetragen. Mausi ist immer noch sauer.

 

Zwölfter Dezember
Meier schwärmt wieder davon, was er heute in seinem Kalender fand. Er geht mir auf den Nerv. Der Boss glaubt mir meine Schilderung des Vorfalls am Vortag nicht. Zweite Eintragung und eine dringende Empfehlung, einen Bogen um Auszubildende und Minderjährige zu machen.

 

Dreizehnter Dezember
Schatzi spricht wieder mit mir. Ich wünschte nur, es wäre was freundlicheres als "Bring den Müll raus". Hatte das Büro für mich allein. Zumindest gingen alle, als ich es betrat. Als ich mich in der Kantine zu meinen Kollegen setzte, standen diese auf. Mir fiel auch auf, dass sie mich heute nicht fragten, ob ich zum essen gehe. Komisch.

 

Vierzehnter Dezember
Die Nachbarkinder machten eine Schneeballschlacht. In einem Anfall eines jugendlichen Gefühls machte ich mit. Blöd, dass sich ein Stein in meinem Schneeball versteckte. Ich überschlug im Geiste, wie viel eine Katze kosten könnte. Was muss das Vieh auch in die Wurfbahn springen!

 

Fünfzehnter Dezember
Dritter Advent. Behutsam entferne ich den "Katzenmörder"-Zettel von meiner Haustür. Mein Mäuschen war am Kofferpacken. Sie hatte mit einer Freundin telefoniert, die lustigerweise mit einem meiner Kollegen verheiratet ist. Meine Erklärungsversuche scheiterten.

 

Sechzehnter Dezember
Hatte einen Schokotannenbaum im Kalender. Ich fand Schokolade nicht mehr so spannend.
Mausi fehlt mir.

 

Siebzehnter Dezember
Hab mit Mausi telefoniert. Konnte sie nach stundenlangem Betteln und Überreden dazu bringen, wieder zurück zu kommen. Wir lagen uns weinend in den Armen. Als wir später ins Bett gingen, kreuzte ein neues Problem auf. Stress erzeugt tatsächlich Impotenz. Ich war immer stolz darauf, dass er stand wie ein Weihnachtsbaum. In dieser Nacht war"s eher eine Trauerweide.

 

Achtzehnter Dezember
In der Arbeit reißt Meier Pädophilenwitze. Werde dabei von Kollegen lachend angesehen. Gedanken an einen Axtmord durchschleichen meine Hirnwindungen.

 

Neunzehnter Dezember
Schokoschlitten. Bin frustriert. Sex hat letzte Nacht wieder nicht geklappt. Mausi seufzt jedes Mal bei meinem Anblick.

 

Zwanzigster Dezember
Kleiner Umtrunk. Meier gibt einen aus. Meier will auf kameradschaftlich machen und haut mir auf die Schulter, so dass ich mein Glas verschütte. Laufe panisch aufs Klo. Solche Flecken bekommt man später nicht mehr raus. Verdammt. Falsche Tür. Stehe nur in Unterhosen vor der Azubine. Sie hat ‘nen Mini an. Das Gute daran: die Impotenz ist augenscheinlich vorbei.

 

Einundzwanzigster Dezember
Ich lese zum dritten Mal die Kündigung, während Mausi weinend ihre Sachen packt. Ihre Mutter im Auto hupt schon. Hatte eine Schokoweihnachtskugel.

 

Zweiundzwanzigster Dezember
Ein Nachbar wünscht mir frohe Feiertage. Ich haue ihm ein blaues Auge. Habe kurz darauf selber eines. Der Freund der Azubine freute sich nicht so sehr über den Behandlungserfolg seiner Freundin bei meinem kleinen Schwellkörperproblem.

 

Dreiundzwanzigster Dezember
Die Polizei steht vor der Tür. Ich denke, sie sind wegen des kleinen Vorfalls im Supermarkt mit einem verkleideten Weihnachtsmann hier. Egal, was mit mir passiert – ER würde keinen Nachwuchs mehr zeugen. Sie drohen die Tür einzutreten. Als Antwort schicke ich ihnen meinen lichterloh brennenden Weihnachtsbaum, den ich aus dem Badezimmerfenster im ersten Stock fallen lasse. Ich hätte den Baum doch nicht schon im Wohnzimmer anzünden sollen. Nun hat auch die Feuerwehr ein dringendes Bedürfnis, meine Wohnung von innen zu besichtigen. Ich sitze auf dem Dach und singe Weihnachtslieder, die nicht unbedingt für Kinderohren gedacht sind.

 

Vierundzwanzigster Dezember
Ich feiere Weihnachten mit Bob. Wir teilen uns unsere Zelle. Bob ist sehr nett. Er mag mich. Er sagt, er habe ein Geschenk für mich. Ich freue mich schon, wenn ich es auspacken darf. Bob sagt, es ist etwas für jeden Tag. Aber warum kommt der Weihnachtsmann mit dickem Sack und strammer Rute…?

   

 

 

 

JEDEN TAG DENKE ICH DARAN, WIE UNGLAUBLICH GUT ES UNS TROTZ ALLER TRAURIGEN RÜCKSCHLÄGE GEHT. ICH HOFFE, DASS WIR ALLE GESUND BLEIBEN UND DIE SONNE SCHEINEN WIRD

Streit
Wirke Gutes - sei bescheiden,
übe Dich im Streitvermeiden,
denn zum Streiten gehör'n zwei,
will einer nicht - ist Streit vorbei.
So könnten manche Kriege enden,
Streitigkeiten - sich zum Guten wenden,
doch hat der Mensch es nie verstanden,
drum der Streit - bis heut' vorhanden.

 

 

   

 

 

 

 

<<<< klick da mal >>> Wickipedia

 

 

Tilly Kuppers Erinnerungen an die Kriegsweihnacht 1944

 

Es sind schon 73 Jahre vergangen und jedes Jahr, wenn ich den Weihnachtsbaum schmücke, muss ich an die Kriegsweihnacht 1944 denken. Ich erinnere mich an die große Angst, die tief in einem saß, denn der Feind hatte die Grenzen überschritten und kämpfte in unserem Vaterland. Jeden Tag kam die Front näher. So trüb wie die Adventstage, so trüb sah es in uns allen aus. Wir wussten, die Entscheidung fällt in dieser Weihnachtszeit bis zur nächsten. Gehöre ich zu den Überlebenden oder werde ich auch Opfer dieses ungewollten, unbarmherzigen und grausamen Krieges?

 

Trotzdem freute ich mich auf das Christkind. Schon lange vorher machte ich mir Gedanken, was ich meinen Eltern und Geschwistern schenken werde. Es war ja nach 5 Jahren Krieg schwer, Geschenke zu kaufen. Die Regale in den Geschäften waren fast leer. Die wenigen Punkte auf der Kleiderkarte waren schon längst für die wichtigsten Sachen abgeschnitten. Ich wollte doch jeden und sei es nur durch eine Kleinigkeit eine Freude bereiten. So trennte ich alte, abgetragene Stricksachen auf und strickte für jeden ein Paar Handschuhe, die für die kalte Jahreszeit notwendig gebraucht wurden.  Teilweise strickte ich sie in Norwegermuster oder andere kleine Muster aus vielerlei bunten Wollresten.

Mein Vater war Vorstand beim Obst- und Gartenbauverein. War ein Mitglied verstorben, musste mein Vater etwa 6 km mit dem Fahrrad nach Veitshöchheim fahren, um dort einen Kranz zu holen, damit er diesen bei der Beerdigung am Grab niederlegen konnte. Leider ist in dieser kalten Weihnachtszeit ein Mitglied verstorben und zu allem Unglück fand die Beerdigung auf dem Würzburger Hauptfriedhof statt. Mein Vater musste nun den Kranz über das Bismarckwäldchen zum Friedhof tragen. Es lag viel Schnee und es war bitter kalt. Da kam meine Mutter mit der Bitte an mich heran, den einen gerade fertig gestrickten Handschuh meinem Vater zu geben. Ich war damit nicht einverstanden, denn dann gäbe es ja keine Weihnachtsüberraschung für meinen Vater. Meine Mutter, ließ mit Ihren Bitten nicht nach und sagte: "So würde wenigstens eine Hand, die den Kranz tragen würde, nicht frieren." Ich sah das ein und mit schwerem Herzen gab ich meine Weihnachtsüberraschung preis. Aber wie entsetzt war ich, als mein Vater von der Beerdigung zurück kam und ganz traurig und bedrückt sagte: " Leider habe ich den Handschuh verloren". Ich hatte keine Wolle mehr, nochmals den gleichen zu stricken.

Der Weihnachtstag brach an. Meine Schwester Anni und ich schmückten den Weihnachtsbaum. Plötzlich kam Fliegeralarm und die Sirenen heulten auf. Ich weiß heute nicht mehr, welche Stadt oder welche Ziele bombardiert wurden, nur bei jeder Bombenexplosion erbebte unser ganzes Haus und die Weihnachtskugeln am Christbaum gaben jedes Mal einen leisen klirrenden Ton von sich. Wir beide standen zutiefst erschüttert vor dem Weihnachtsbaum und dachten mit wehem Herzen an die vielen Männer, Frauen und Kinder, die jetzt grausam erschlagen werden und für die es keinen Heiligen Abend mehr geben würde, auf den sie sich so freuten.

Statt Freude kam unendliches Leid über sie. Es war für uns unfassbar, dass es so gefühl- und herzlose Menschen auf der Erde gab, die selbst einige Stunden vor dem Heiligen Abend, ihre todbringenden Bomben auf unschuldige Menschen warfen.

Wie viele ausgebombte Menschen, die nun ihr Hab und Gut verloren haben, sind am Heiligen Abend in der Kälte umher geirrt und sind auf Herbergssuche gegangen und haben vielleicht auch nur einen Stall als Unterschlupf gefunden. Es wurde ein sehr trauriger Heiliger Abend für uns. Nur unser kleiner dreijähriger Peter, der in der Nacht des 4. Oktober 1941 um 1 Uhr zwischen Fliegeralarm und Entwarnung auf die Welt kam, brachte uns auf andere Gedanken. Was er wohl für Augen machen würde, wenn er den strahlenden Weihnachtsbaum sieht und daneben das hölzerne Schaukelpferd, das wir von unseren Nachbarn, der Familie Oppelt bekommen haben und das wir so weit es noch möglich war verschönerten.

Auch hatten wir von unserem 12-jährigen Cousin, Willi Wenninger, einen selbst gebastelten Dackel bekommen, der beim Fahren mit dem Schwanz wackelte. Weiterhin bekamen wir von Bekannten ein kleines hölzernes Klopfspiel zum Wenden mit einem kleinen Hämmerchen. Meine Mutter sagte dazu: "Wollen wir den "Schund" überhaupt unter den Christbaum stellen." Wir stellten es trotzdem darunter, damit es nicht so leer wirkte.

Nun war es so weit. Das Christkind klingelte, die Türe ging auf und alle sahen gespannt auf unseren kleinen Peter. Der sah das Reitpferd und fing zu schreien und brüllen an und rannte voller Angst aus dem Zimmer. Er war erst wieder bereit ins Zimmer zu gehen, als das Schaukelpferd verschwunden war und mit dem so verächtlichen Klopfspiel, saß er den ganzen Abend spielend unterm Christbaum. Unsere Weihnachtsgeschenke fielen der Zeit entsprechend einfach und bescheiden aus. Meine Mutter und meine Geschwister bekamen von mir jeder ein Paar selbst gestrickter Handschuhe und für meinen Vater gab es leider nur den einen Handschuh. Wir waren alle mit dem Wenigen zufrieden und es wurde lange vorher gespart, dass wir wenigstens an Weihnachten einige Plätzchen hatten, denn das gehörte einfach zu Weihnachten. Wie schwer das damals war, schreibe ich aus einem damaligen Zeitungsbericht ab:
 
"Weihnachten 1944: Die 71. Zuteilungsperiode des Zweiten Weltkrieges sah für den gesamten Monat Dezember für Normalverbraucher unter anderem vor: 200 Gramm Schweinefleisch oder 16 Gramm Schmalz; 250 Gramm Rind-, Kalb- oder Schaffleisch 125 Gramm Margarine oder Schweineschlachtfette bzw. 100 Gramm Speiseöl. Die Kartoffelstärke-Ration war auf 50 Gramm gekürzt worden, ebenso die Zuteilung an Kaffee-Ersatz. Da Zucker zuletzt im November ausgegeben worden war, wurde für den Weihnachtsmonat nur Marmelade bzw. Kunsthonig "aufgerufen" angesichts solcher Not und Mangelsituation verging den Leuten an der Heimatfront das Feiern fast von selbst."

Wir waren von ganzem Herzen glücklich und dankbar, dass wir beisammen sein konnten und noch ein Dach über dem Kopf hatten. Als wir vor unserem Christbaum standen und das Lied: " Stille Nacht, heilige Nacht" sangen, da rollte so manche Träne und unsere Gedanken gingen in die Ferne, hinaus an die Front zu unseren lieben Soldaten. Wie und wo werden sie Weihnachten feiern? Im Osten, im Westen, im Süden, im Norden auf den Meeren? Leben sie überhaupt noch? Sind wir beim nächsten Weihnachtsfest endlich beisammen und können in Frieden feiern oder erleben wir keines mehr? Alle diese Gedanken machten uns das Herz schwer und als wir daran dachten, wie viele liebe, gute, hoffnungsvolle Menschen die letzte Weihnachten noch gelebt hatten und nun irgendwo ein Soldaten- oder Seemannsgrab, das oft kein Kreuz und keinen Namen kennt, gefunden hatten. Die Kerzen am Weihnachtsbaum brannten nur kurz, dann wurden sie gelöscht, denn wir wissen nicht, ob wir am nächsten Weihnachtsfest welche bekommen werden. Damals ahnten wir noch nicht, dass sie zum Ausgraben nach dem schweren Luftangriff auf unser Dorf, Verwendung finden würden.

 

Jedes Jahr am Heiligen Abend, wenn die Feierlichkeiten und das gegenseitige Beschenktwerden vorüber war und es still um mich geworden ist, da lasse ich meinen Gefühlen freien Lauf und eine besinnliche Stimmung kommt in mir hoch. Ich sehe mir den mit brennenden Kerzen geschmückten Weihnachtsbaum an und den mit Geschenken überladenen Tisch. Da werde ich voll Dankbarkeit und Glück erfüllt, es ist Frieden - wir können ein friedvolles Weihnachtsfest feiern.

Ich stelle mich ans Fenster und schaue auf unser hell erleuchtetes, einst wund geschlagenes und wieder neu erstandenes Dorf und freue mich und genieße es von ganzem Herzen, dass es keine Verdunkelung mehr gibt, wo im Krieg der kleinste, unachtsame Lichtstrahl der nach außen drang, lebensgefährlich war. Durch Trillerpfeifen und Schreie ,,Licht aus" die durch das ganze Dorf hallten, von den Luftschutzwarten gewarnt wurden und wir bei Wiederholung mit Strafe und Gefängnis rechnen mussten. Dann schaue ich zum nächtlichen Sternenhimmel empor und ich bedanke mich ganz herzlich bei meinem Herrgott, dass er schützend seine Hand über mich gehalten hat, als die Bomben um mich herum einschlugen und bei der Einnahme unseres Dorfes, Unterdürrbach, die Maschinengewehrgarben direkt an meinem Kopf vorbei zischten und ich den Lufthauch zwischen Mund und Nase spürte und ein feindlicher Soldat mit seinem schussbereiten Gewehr auf mich zielte aber zum Glück nicht abdrückte. Alle diese Gedanken und Erinnerungen überkommen mich, ganz besonders an Weihnachten und ich weiß, dass sie bleiben bis an mein Lebensende.

Aufgeschrieben für meine Kinder, Enkel- und Urenkelkinder, damit sie das große Glück schätzen und genießen, in Frieden und Freiheit zu leben. Tilly Kupper geb. Troll

 

   

 

   

 

 

 

   
Die Pickelhaube durfte schon 1899 nicht fehlen

 

 

 

 

 

 

Der größte Schatz

Ihr Machthaber auf dieser Welt,
was geht in euren Köpfen rum,
besteht das Leben nur aus Geld,
aus ständigem Martyrium?

Ihr sucht immer euren Vorteil,
seid besessen von der Habgier,
schürt ein grenzenloses Unheil,
habt eure Macht nur im Visier.

Menschen leiden, Menschen sterben,
weil ihr absurde Kriege führt,
diese Welt liegt bald in Scherben,
doch ihr bleibt kalt und unberührt.

Frieden zwischen den Nationen!
Was haltet ihr von diesem Satz?
solch ein Ziel würd sich doch lohnen,
und wär der Menschheit größter Schatz.

 

© Horst Rehmann
(*1943), deutscher Publizist, Maler, Schriftsteller und Kinderbuchautor

 

 

 

 

   

 

 

   

 

 

 

 

So ein "Jesus-Kind" lag in der Krippe bei meinen Urgroßeltern - immer auf frischem Moos, das im Garten gefunden wurde. Alle anderen Figuren kamen erst viel später dazu - geschnitzt aus einem dunklem Holz und gekauft bei Weich.

Den Stall bauten wir später, als es die LEGO-Steine bei Casaretto auf der Marktstrasse gab. Vom ersten Advent bis Mariä Lichtmess waren die Legos für uns tabu. Aber dann durften wir wieder damit spielen!

 

 

 

 

 

 


 

 

 

aktualisiert im November 2018 | crefelder-geschichte[aet]t-online.de