Wie der Adventskranz entstand

 

Der Theologe Johann Hinrich Wichern (1808-1881) unterrichtete als junger Vikar an einer Hamburger Sonntagsschule und lernte dort das große Elend von obdachlosen Kindern und Jugendlichen kennen.

Er gründete deshalb für sie 1833 das "Rauhe Haus", ein Waisenhaus in Hamburg. Dort wurden die Kinder nicht nur gut versorgt, sondern konnten auch einen Beruf erlernen.

Da die Kinder vor Weihnachten immer fragten, wieviele Tage es noch bis Heiligabend wären, ließ Wichern 1839 einen hölzernen Leuchter mit 19 kleinen roten und 4 großen weißen Kerzen aufhängen. Jeden Tag vom ersten Advent bis zum 24. Dezember wurde eine weitere Kerze angezündet. Das hölzerne Rad umwand man einige Jahre später mit Tannengrün.

Dieser Brauch gefiel vielen Menschen so gut, dass sie auch zu Hause Adventskränze aufhängen wollten. Nur hatten sie in ihren Wohnungen natürlich keinen Platz für ein Wagenrad. Der Kranz musste schrumpfen und mit ihm die Anzahl der Kerzen. Übrig blieben kleine Tannenkränze, auf die nur noch die vier Adventssonntagskerzen aufgesteckt wurden.

Mittlerweile haben viele andere Länder den Adventsbrauch übernommen.

 

 

 



 

     

 

Weihnachtsbeleuchtung

Sonntag 1. Advent 10 Uhr:
In der Reihenhaussiedlung Önkelstieg lässt die Rentnerin Erna B. durch ihren Enkel Norbert 3 Elektrokerzen auf die Fensterbank ihres Wohnzimmers installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus. Die Freude ist groß.

10 : 14 Uhr:
Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried B. die provokante Weihnachtsoffensive im Nebenhaus und kontert umgehend mit der Aufstellung des 10 armigen dänischen Kerzensets zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später erstrahlt die gesamte Siedlung Önkelstieg im besinnlichen Glanz von 134 elektrischen Fensterdekorationen.

19 : 03 Uhr:
Im 14 Kilometer entfernten Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage registriert der wachhabende Ingenieur irrtümlich einen Deffekt der Strommessgeräte für den Bereich Stenkelfeld-Nord ist aber zunächst noch arglos.

20 : 17 Uhr:
Den Eheleuten Horst und Heidi E. gelingt der Anschluss einer Kettenschaltung von 96 Halloweenfilmleuchten durch sämtliche Bäume ihres Obstgartens an das Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.

 


20 : 56 Uhr:
Der Discothekenbesitzer Alfons K. sieht sich genötigt seinerseits einen Teil der vorweihnachtlichen Zeit beizutragen und montiert auf dem Flachdach seines Bungalows das Laserensamble "Metropolis", das zu den leistungsstärksten Europas zählt. Die 40 m hohe Fassade eines angrenzenden Getreidesilos hält dem Dauerfeuer der Nikolausprojektion mehrere Minuten Stand bevor sie mit einem häßlichen Geräusch zerbröckelt.

21 : 30 Uhr:
Im Trubel einer Youthclubfeier im Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage verhallt das Alarmsignal aus Generator Halle 5.

21 : 50 Uhr:
Der 85 jährige Kriegsveteran August R. zaubert mit 190 Flakscheinwerfern des Typs "Varta-Volkssturm" den Stern von Bethlehem an die tiefhängende Wolkendecke.

22 : 12 Uhr:
Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und sommerlichen Bekleidung irrt verängstigt durch die Siedlung Önkelstieg, zuvor war eine Bojing 747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sydney versehentlich in der, mit 3000 bunten Neonröhren gepflasterten Garagenzufahrt der Bäckerei Bröhrmeyer, gelandet.

22 : 37 Uhr:
Die Nasaraumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstrasse Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel. Die Experten in Houston sind ratlos.

 

   

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22 : 50 Uhr:
Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerks Sottrup-Höcklage. Der gesamte Komplex mit seinen 30 Turbinen, läuft mit 350 Megawatt brüllend jenseits der Belastungsgrenze.

23 : 06 Uhr:
In der taghell erleuchteten Sieldung Önkelstieg, erwacht die Studentin Bettina U. und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen. Um genau 23 : 12 Uhr betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.

23 : 12 Uhr und 14 Sekunden:
In die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises Stenkelfeld, bricht die Explosion des Kohlekraftwerks Sottrup-Höcklage wie Donner ein. Durch die stockfinsteren Ortschaften irren verstörte Menschen. Menschen, wie du und ich, denen eine Kerze auf dem Adventskranz nicht genug war.

 

 

   Fotos von Dienstagabend - Fasanenstrasse

 

 

 

Rinderrouladen 

die NICHT scharf angebraten werden

aber perfekt herzustellen sind, wenn Gäste kommen

 

12 Rinderrouladen (etwa 2,5 Kilo)

600g Rindergehacktes

1 Ei

2 EL Paniermehl

500g süßer Senf

Knoblauchsalz

schwarzer Pfeffer

5 kleine Zwiebeln

gekörnte Brühe

50g dunkle Schokolade

1 Pack Sauce Hollandaise

etwas Mondamin-Saucenbinder

Olivenoel

eventuell 1 Eßl Butter und Zucker

oder ein handelsübliches Zuckercoleur

  

Die Fleischscheiben nebeneinander auf die Arbeitsplatte legen und gut mit dem süßen Senf bestreichen. (der Rest vom Senf wird für die Sauce verwendet) Die Zwiebeln fein hacken und auf die Rouladen verteilen. Würzen mit Salz (wer es mag nimmt Knoblauchsalz) und schwarzem Pfeffer. Das Rinderhack mit Ei, Paniermehl, Salz und Pfeffer mischen, 12 "Würstchen" formen und auf jedem Ende einer Roulade legen. Wer nicht darauf verzichten kann, wickelt Speck und Gurke mit rein. Ich meine, man kann auf Gurke und Speck auch mal verzichten!

 

Eine Auflaufform (ca. 28cm x 38cm) mit etwas Oel bestreichen. Dann jede Roulade fest wickeln und mit der offenen Seite nach unten in den Bräter legen. Alle Rouladen passen eng nebeneinander und müssen so auch nicht geklammert oder gebunden werden. Ist noch eine größere Lücke vorhanden, kann mit Zwiebelviertel auffüllen. Alles mit einem Blatt Backpapier abdecken. Darauf eine Alufolie, die fest an den Rändern einschlagen wird. Die Auflaufform oder den Bräter in den vorgeheizten Ofen schieben und 40 Minuten bei 250° anschmoren lassen. Den Ofen auf 180° runter schalten und die Rouladen 90 Minuten garen lassen.

 

Kurz vor dem Ende der Garzeit eine Zuckercoleur mit Puderzucker und Butter herstellen oder ein fertiges Produkt für die Sauce bereit stellen. Wenn es nur auf den Geschmack ankommt und nicht auch auf die Farbe, der kann das Coleur auch vergessen!

 

Nach dem Ende der Garzeit Folie und Backpapier vom Bräter entfernen und den Saft der Rouladen in einen Topf abgießen. Die Rouladen in den Backofen stellen und bei 90° im offenen Bräter warm halten. Den Fond erhitzen mit Zuckercoleur, dem restlichen Senf und nach Geschmack etwas gekörnte Brühe. Die Schokolade raspeln und in den Fond einrühren. Sämig rühren mit Saucenbinder und vollenden mit der Sauce Hollandaise. Wer es mag, kann noch mit ein wenig Rotwein abschmecken. Dazu Beilagen wie Nudeln, Kartoffeln oder Klöße. Als Gemüse Apfel-Rotkohl, Rosenkohl oder einen Endiviensalat. Guten Appetit! 

 

 

Husaren-Allee

  

Liebe Mitarbeiter,

wie schon in den Vorjahren wollen wir auch in diesem Jahr das anstrengende Geschäftsjahr mit einer gemeinsamen Weihnachtsfeier in der Caféteria beenden. Da es im letzten Jahr einige etwas unerfreuliche Zwischenfälle gab, möchte die Geschäftsleitung im Vorfeld auf gewisse Spielregeln hinweisen, um die besinnliche Feier auch im rechten Rahmen ablaufen zu lassen.

 

Wenn möglich sollten die Mitarbeiter den besagten Raum noch aus eigener Kraft erreichen, und nicht im alkoholisierten Zustand von Kollegen hereingetragen werden. Eine Vorfeier ab den frühen Morgenstunden sollte möglichst vermieden werden.

 

Es wird nicht gern gesehen, wenn sich Mitarbeiter mit ihrem Stuhl direkt an das kalte Buffet setzen. Jeder sollte mit seinem gefüllten Teller einen Platz an den Tischen aufsuchen! Auch die Begründung "Sonst frisst mir der Brunner die ganzen Melonenschiffchen weg" kann nicht akzeptiert werden.

 

Schnaps, Wein und Sekt sollte auch zu vorgerückter Stunde nicht direkt aus der Flasche getrunken werden. Besonders wenn man noch Reste der genossenen Mahlzeit im Mund hat. Der Hinweis "Alkohol desinfiziert" beseitigt nicht bei allen Mitarbeiten das Misstrauen gegen Speisereste in den angetrunkenen Flaschen.

 

Wer im letzten Jahr den bereitgestellten Glühwein gegen eine Mischung aus Hagebuttentee und Super-Bleifrei ausgetauscht hat, wird darum gebeten diesen Scherz nicht noch einmal zu wiederholen. Sicherlich ist uns allen noch in Erinnerung, was passierte, als Kollege Moosbacher sich nach dem dritten Glas eine Zigarette anzündete.

 

Sollte jemand nach Genuss der angebotenen Speisen und Getränke von einer gewissen Unpässlichkeit befallen werden, so wird darum gebeten, die dafür vorgesehen Örtlichkeiten aufzusuchen. Der Chef war im letzten Jahr über den unerwarteten Inhalt seines Aktenkoffers nicht sehr begeistert.

 

Wenn Weihnachtslieder gesungen werden, sollten die Originaltexte gewählt werden. Einige unserer Auszubildenden sind noch minderjährig und könnten durch einige Textpassagen irritiert werden.

 

In diesem Zusammenhang möchten wir nochmals daran erinnern, dass einige der männlichen Kollegen sich noch nicht zur Blutuntersuchung zwecks Feststellung der Vaterschaft gemeldet haben. Unsere im Mutterschaftsurlaub befindliche Mitarbeiterin Frl. Kluge meint, es bestände ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der letztjährigen Weihnachtsfeier und der Geburt ihrer Tochter Sylvia Ende September dieses Jahres.

 

Wenn wir uns alle gemeinsam an diese wenigen Verhaltensmaßregeln halten, sollte unsere Weihnachtsfeier wieder ein großer Erfolg werden.

 

Die Geschäftsleitung

 

 

 

   

     

 

 

 

 

 

 

       
   

 

 

       

 

   

 

 

dieser Artikel aus der WZ wurde 2005 publiziert

 

 

 

 

   

Das Fischelner Bahnhöffken war

von 1995 bis 2007 "Böhms Bahnhof"

 

 

 

aktualisiert im November 2018 | crefelder-geschichte[aet]t-online.de