Lametta

 

Bedeutung

sich herausputzen - eitel sein - alle verfügbaren Ehren- und Rangzeichen tragen (speziell beim Militär)

Herkunft

Wäre es nicht zu makaber, könnte man, da es sich bei Lametta tragen um eine Redensart aus dem militärischen Bereich handelt, sagen, der Artikel sei eine Art positiver Kollateralschaden.

 

Im Ersten Weltkrieg war unter den niederen Dienstgraden von Lametta tragen die Rede, wenn ein Offizier mit gar zu viel "Firlefanz" auf der Brust umherstolzierte. Selbstverständlich wurde nur hinter vorgehaltener Hand gefeixt. Alles andere hätte unliebsame Konsequenzen nach sich gezogen. Und in der kaiserlichen Armee boten sich ganz andere Möglichkeiten der Maßregelung und Tyrannei als in der heutigen Bundeswehr. Und erst recht nichts mehr zu feixen gab es, wenn sich die Vorgesetzten durch überzogene und verlustreiche Angriffe Lametta und Ehre verdienen wollten.

 

Im Zweiten Weltkrieg hingegen wurde Lametta nicht getragen, sondern gegenteilig abgeworfen. Unmittelbar vor Bomberangriffen warfen alliierte Flugzeuge Tonnen von Aluminiumstreifen ab, um die Radarsysteme der Flugabwehr zu verwirren und so die eigenen Maschinen zu schützen. Mit einer reichlichen Prise Galgenhumor wurden diese Metallstreifen der Ähnlichkeit wegen als Lametta bezeichnet und zum Teil sogar tatsächlich als solches verwendet.

 

   

 

 Der Weihnachtsmann

Es war einmal ein Weihnachtsmann,
der hatte Ren und Schlitten,
doch sah ich ihn gar irgendwann,
da kam er nur geritten.
Da fragte ich den Weihnachtsmann,
wer ihm den Schlitten nahm,
da nahm er fast schon Haltung an
und sprach wie ´s dazu kam.
Ich bin nun schon der Weihnachtsmann,
seit vielen hundert Jahren,
hielt niemals an den Kneipen an,
bin stets vorbei gefahren.
Nur heute bin ich Weihnachtsmann,
einmal schwach gewesen,
erlag dem warmen Kneipenbann,
ich wollt nur einen Heben.
Traurig sprach der Weihnachtsmann,
es waren dann wohl mehr,
ich war dann mit dem Zahlen dran,
doch war der Sack schon leer.
Nun, mein lieber Weihnachtsmann,
sprach der Wirt zu mir,
dann bleibt von deinem Rehngespann
der tolle Schlitten hier.
Jetzt reit ich armer Weihnachtsmann,
hinauf zum Himmelszelt
und hol, damit ich zahlen kann
noch einen Säckel Geld.
Da ritt der arme Weihnachtsmann,
die Weihnacht fiel heut aus,
bevor sie überhaupt begann,
so ging ich schnell nach Haus. 

Lametta

Immer zur Weihnachtszeit
Sind Tannen dem Fest geneigt
Hängen Engel einen funkelnden Schein
Und nen Duft über jedes Bäumelein

Wehet das Gold der Hügel
In den Zweigen zwinkert ein Licht
Ummanteln Blüten die Feierlichkeit
Liegen Wünsche auf dem Gabentisch bereit

Aus silbernen Gwändern
Flimmert Freude geschmückt
Stolz mit Lametta erleuchtet
Die Tanne als Bote des Glücks

In derselben Nacht
Sich um den Baum versammelt
Im Reigen die Familie singt
Fassen sich alle an den Händen
Sind beglückt

 

 

       

 

Ende der Produktion in Deutschland. Jetzt ist gar kein Lametta mehr.

Am eigenen Baum will es kaum einer haben, aber eine schöne Kindheitserinnerung sind die glänzenden Fäden doch. Im vorletzten Jahr beendete der letzte deutsche Lametta-Hersteller seine Produktion.

 

Schon 1978 stellte der Opa in Loriots Sketch "Weihnachten bei Hoppenstedts" fest: "Früher war mehr Lametta." Fast 40 Jahre später ist zumindest mit Lametta aus Deutschland Schluss. Der letzte Hersteller in Deutschland hört mit der Produktion der weihnachtlichen Glitzerfäden auf. "Wir haben dieses Jahr das letzte Lametta produziert", sagte Walter Enzenhöfer, Verkaufsleiter beim Unternehmen Riffelmacher & Weinberger im fränkischen Roth. Derzeit seien noch Restbestände im Handel, aber dann "wird es nicht mehr in Deutschland produziert", sagte Enzenhöfer.

 

Er begründete den Ausstieg aus der Lametta-Produktion mit der nachlassenden Nachfrage. Er weine dem Lametta jedoch keine Träne nach, sagte Enzenhöfer. Stattdessen kämen nun neue Weihnachtsprodukte auf den Markt - etwa Girlanden aus Kunststoff.

 

Mit dem Ende des Lamettas aus Stanniol endet in Roth eine jahrhundertealte Fertigungs- und Wirtschaftstradition. Dort gab es einst mehrere Fabriken, die Lametta produzierten. Die Stadt war das Zentrum der sogenannten Leonischen Industrie, in der Feinmechaniker Metalldrähte und -fäden verarbeiteten - etwa zu Schmuck und Lametta.

 

Riffelmacher & Weinberger produziert seit mehr als 90 Jahren unter anderem Weihnachtsschmuck. Das Unternehmen verarbeitete für Lametta einst bis zu 50 Tonnen Material jährlich, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Zuletzt seien es noch ein paar Hundert Kilo gewesen. Mittlerweile wird der meiste Weihnachtsschmuck in China hergestellt

 

"Lametta ist völlig out", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur in Köln, Thomas Grothkopp. Das gelte schon seit einigen Jahren. Lametta sei für viele altmodisch, dazu komme der Trend zu nachhaltigeren Produkten wie Holzaccessoires.

Der größte Umsatzbringer beim Weihnachtsschmuck seien Christbaumkugeln. Nach wie vor gut nachgefragt werden auch Kerzen. Ein neuer Trend seien zum Beispiel Lichterketten mit LED-Technik. aus Spiegel-online

 

   

 

Aus Zeichenkarton Postkarten ausschneiden. Transparentpapier in etwas kleinere Stücke schneiden und mit doppelseitigem Kleber aufkleben. Mittig einen längeren und seitlich je zwei kürzere Klebestreifen aufbringen. Dann das Lametta auf die Karte legen und andrücken. Mit einem farblich passenden Streifen  Masking Tape von oben fixieren. Das Lametta seitlich abschneiden.

 

 

Auf der Nähmaschine nun zwei mal drüber rattern. Das Tape seitlich der Nähte abreißen und das Lametta in Form schneiden. Zum Schluß Fähnchen ausdrucken und antackern, oben ein Sternchen drankleben. Weiteres Gedöns nach Wunsch. 

 

 

 

WICHTIG!!

"Loriot - Weihnachten ..."

Dieses Video ist aufgrund des Urheberrechtsanspruchs von

Susanne und Bettina von Bülow nicht mehr verfügbar.

 

 

Weihnachten naht, das Fest der Feste-
Das Fest der Kinder - Fest der Gäste-
Da geht es vorher hektisch zu.....
Von Früh bis Abend - keine Ruh -
Ein Hetzen, Kaufen, Proben, Messen -
Hat man auch niemanden vergessen...?

So geht es mir - keine Ahnung habend -
Vor ein paar Jahren - Heiligabend -
der zu dem noch ein Sonntag war.
Ich saß grad bei der Kinderschar,
da sprach mein Weib: "Tu dich nicht drücken,
Du hast heut noch den Baum zu schmücken!"

Da Einspruch meistens mir nichts nützt,
hab kurz darauf ich schon geschwitzt:
Den Baum gestutzt - gebohrt - gesägt -
und in den Ständer eingelegt.
Dann kamen Kugeln, Kerzen, Sterne,
Krippenfiguren mit Laterne,
Zum schluß ---- ja Himmelwetta......!
Nirgends fand ich das Lametta!

Es wurde meiner Frau ganz heiß
und stotternd sprach sie: "Ja, ich weiß,
im letzten Jahr war es arg verschliessen -
Drum habe ich es weggeschmissen.
Und - in dem Trubel dieser Tage,
bei Arbeit, Müh und Plage -
Vergaß ich, Neues zu besorgen!
Ich werde was vom Nachbarn borgen!

Die Nachbarn - links, rechts, drunter, drüber -
die hatten kein Lametta über
! Da schauten wir uns an verdrossen;
Die Läden sind ja auch geschlossen....

"Hört zu! Wir werden heuer haben
einen Baum -- altdeutscher Stil,
Weil ... mir Lametta nicht gefiel..."
Da gab es Heuler, Schlurzen, Tränen...
und ich gab nach den Schmerzfontänen:
"Hört endlich auf mit dem Gezeta ---
ihr kriegt nenn Baum - mit viel Lametta!"

Zwar konnt ich da noch nicht begreifen,
woher ich nehm die Silberstreifen...!
Doch grade, als ich sucht - mein Messa -
da ließ ich: "Hengstenberg MILDESSA"..
Es war die Sauerkrautkonserve!
Ich kombinier mit Messers Schärfe:
Hier liegt die Lösung eingebettet,
das Weihnachtsfest, es ist gerettet!!!!

Schnell wurde der Deckel aufgedreht,
das Kraut gepresst, so gut es geht -
zum Trocknen - einzeln - aufgehängt-
und dann geföhnt, -- doch nicht versengt!!
Die trocknen Streifen, sehr geblichen
mit Silberbronce angestrichen -
Auf beiden Seiten, Silberkleid!
Oh freue Dich, Du Christenheit!

Der Christbaum war einmalig schön,
Wie selten man ihn hatte gesehen!
Zwar rochs süßsauer zur Bescherung,
geruchlich gabs ne Überquerung,
weil mit Benzin ich wusch die Hände,
mit Nitro reinigt die Wände,
dazu noch Räuscherkerzen und Myrthe -
Der Duft die Menge leicht verwirrte!
Und Jemand sprach still, verwundert:
"Hier riechts nach technischem Jahrhundert!"

Ne Woche drauf! .. Ich saß gemütlich
im Sessel, laß die Zeitung friedlich,
den Bauch voll Feiertage-Reste --
es war wieder Sonntag - und Sylvester.

Es sprach mein Weib: "Du weißt Bescheid?!
Es kommen heut zur Abendzeit
Schulzes, Lehmanns und Herr Meier
zu unserer Sylvesterfeier..."
Wir werden leben wie die Fürsten --
es gibt Sauerkraut mit Wiener Würsten!!"
Ein Schrei ertönt! Entsetzt sie schaut:
"Am Christbaum hängt mein Sauerkraut!!
Vergessen, Neues zu besorgen!
Ich werde was vom Nachbarn borgen!"
Die Nachbarn links, rechts, drunter, drüber -
die hatten - leider - keines über!
Da schauten wir uns an verdrossen:
Die Läden sind ja auch geschlossen!!

Und so ward wieder ICH der Retter
nahm ab vom Baum das Lametta!
Mit Terpentinöl und Bedacht
hab ich das Silber abgemacht.
Das Kraut dann gründlich durchgewässert,
mit reichlich Essig noch verbessert,
dazu noch Nelken, Pfeffer, Salz
und Curry, Ingwer, Gänseschmalz!
Dann, als das Ganze sich erhitzte -
das Kraut das funkelte und blitzte -
da konnte ich nur nach oben flehen:
Laß diesen Kelch vorübergehen...!

Als später dann das Kraut serviert
ist auch noch folgendes passiert:
Als eine Dame mußte niesen
sah man aus ihrem Näschen sprießen
tausend kleine Silbersterne...
"Machs noch einmals, ich seh das so gerne.."
so rief man ringsum, hocherfreut -
die Dame wußte nicht Bescheid!

Franziska Lehmann sprach zum Franz:
"Dein Goldzahn hat heut Silberglanz!"
Und einer, der da mußte mal
der rief: "Ich hab nen Silberstrahl!"
So gabs nach dieser Krautmethode
noch manche nette Episode!

Beim Heimgang sprach ein Gast zu mir:
"Es hat mir gut gefallen hier,
doch wär die Wohnung noch viel netter
hättest du am Weihnachtsbaum Lametta!!!"
Ich konnte da gequält nur lächeln
und mir noch frische Luft zufächeln.
Ich sprach - und klopfte ihm aufs Jäckchen:
"Im nächsten Jahr, da kauf ich 100 Päckchen!!"

 

 

 

 

 

 

 

   

 

   Wer es mag, gibt noch etwas Anis dazu!

 

 

aktualisiert am Dezember 2017 | boehm[aet]kr-uerdingen.de